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Chlor (Cl)

Mit Chlor als Pflanzennährstoff ist nicht das giftige Chlorgas Cl2, sondern das Chlorid-Ion Cl- gemeint. Es ist bekannt als Bestandteil von Kochsalz (NaCl), bildet aber auch mit vielen anderen Metall-Ionen Salze, z.B. Kaliumchlorid, KCl.

Chlorid ist für Pflanzen zwar nur in geringer Menge essenziell und in der Hinsicht ein Mikronährstoff, aber in Pflanzen oft in großer Menge enthalten. In Küsten- und Trockengebieten haben Boden und Wasser oft einen hohen Chlorid-Gehalt (Bodenversalzung). Salz-angepasste Pflanzen (Halophyten) tolerieren Konzentrationen von über 0,5 Gewichtsprozent Kochsalz im Bodenwasser. Verschiedene Süßwasserpflanzen, darunter einheimische Myriophyllum- und Potamogeton-Arten und auch einige Aquarienpflanzenarten, können in Brackwasser (0,1-1% Salzgehalt) wachsen.

Chlorid ist leicht aufnehmbar und in der Pflanze sehr mobil. Es wird nicht in organische Strukturen eingebaut, sondern kommt in der Pflanze nur als freies Chlorid-Ion vor. Wie auch Kalium ist es vor allem für die Osmoregulation (Regulierung des Zell-Innendrucks, Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen) und für den elektrischen Ladungsausgleich wichtig. Chlorid dient in der Pflanzenzelle dazu, einen pH-Unterschied zwischen Zellplasma (über 7) und dem Zellsaft in der Vakuole (deutlich unter 7) aufrechtzuerhalten. Dazu werden die negativ geladenen Chlorid-Ionen zusammen mit positiv geladenen Protonen (H+) in die Vakuole gepumpt. Außerdem ist Cl- Cofaktor verschiedener Enzyme, z.B. des Mangan-Enzyms in den Chloroplasten (Wasserspaltung unter Freisetzung von Sauerstoff bei der Photosynthese) und der Asparaginsynthetase (Bildung der Aminosäure Asparagin).

Allgemein ist in Leitungswasser genug Chlorid für die Versorgung der Aquarienpflanzen enthalten. Mit Düngern wie Kaliumchlorid kann es ebenfalls hinzugefügt werden.